Mit der Nennung unserer Initiative auf dem Heise Newsticker startete die Erfolgsgeschichte von bundestux.de.
Nicht nur, dass unser Server unter dem ersten Ansturm von InteressentInnen mehrfach kapituliert hat, nein, auch wir waren von der Reaktion schlichtweg überwältigt: Schon nach wenigen Stunden waren tausende von Leuten auf unserer Webseite, stündlich konnten wir neue Pressenennungen verfolgen und es haben sich bis heute über 20.000 Menschen bei uns eingetragen.
Natürlich sollte die Antwort aus dem Hause Microsoft nicht lange auf sich warten lassen. Am 01.02.02 antwortete Kurt Sibold mit einem Offenen Brief den Bundestagsabgeordneten, die die Erklärung unterzeichnet hatten. Bundestux hat es geschafft, das Thema Betriebssystem im Bundestag auf die Tagesordnung zu bringen.
Auch die Medien haben das Thema positiv aufgegriffen. Die beste Erwiderung findet sich sicher auf SPIEGEL.de. Aber auch die Abgeordnete haben geantwortet: Jörg Tauss schrieb postwendend einen Offenen Brief an Bundestagspräsident Wolfgang Thierse, in der er das Eingreifen von Sibold als wettbewerbsverzerrend bezeichnete.
Die Infora-Studie sickert durch - ist das die Vorentscheidung?
Am 8. Februar nun sickern die ersten Ergebnisse der von der Bundestagsverwaltung in Auftrag gegebenen Studie durch: Infora hält, wie bereits in einer Studie für das Bundesinnenministerium, an dem Betriebssystem des Softwarehauses Microsoft fest, zumindest was die Desktops angeht, die einen großen Teil der IT-Infrastruktur ausmachen. Unser Versuch, sich bei den öffentlichen Diskussionsrunden "Microsoft oder Open Source" der Fa. Infora anzumelden schlägt fehl. Ebenso wird Berlios, ein Mediator des Bundeswirtschaftsministeriums, nicht als Gast zugelassen. Wir werden von Infora gebeten, den Terminhinweis auf eben diese Veranstaltungsreihe von den bundestux-Seiten zu entfernen, da diese nun doch nicht mehr öffentlich seien. Unterdessen ist auch der Titel der Veranstaltung von "Bundesweiter Fachworkshop" in "Standortübergreifender Kundenworkshop" geändert.
Hat das gewaltige Lobby-Gedränge um den Bundestag dazu geführt, dass ausschließlich die betriebswirtschaftlichen Erwägungen die Entscheidung beeinflussen werden, oder wird doch die Argumentation der bundestux-Erklärung ("... die Einführung von Freier Software im Deutschen Bundestag aus ordnungs-, wettbewerbs- und standortpolitischen sowie demokratischen Gründen ein notwendiges Signal für Deutschland ist.") am Ende die Nase vorne haben?
Den Durchbruch geschafft
Trotz allem Pessimismus in den letzten Tagen vor der Entscheidung der IuK Kommission des Ältestenrates hat sich Freie Software deutlich in Szene gesetzt. Nicht nur die Server werden "Microsoft frei" sondern auch der Verzeichnissdienst (OpenLDAP) wir auf Linux laufen. Da können wir XP auf dem Desktop gerade noch bis zur nächsten Migration aushalten. Bis dahin wollen wir noch ganz vielen anderen Bereichen der öffentlichen Verwaltung einen Besuch des Pinguin verschaffen.